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Bei den Dreharbeiten (letzter Winter)

Erdstall im Weingut Der Pollerhof

In unserem Ort befinden sich unterirdische Höhlen - sogenannte Erdställe. Eine uralte, geheimnisvolle Besonderheit, von der man außer ihrem Vorhandensein und ihrem heutigen Aussehen nur sehr wenig weiß.

Erwiesen ist nur, daß die Gänge künstlich hergestellt worden sind. Sie befinden sich oft unter alten Häusern oder sind von Kellern aus zugänglich; es gibt sie aber auch im freien Gelände.

ORF Dokumentation über unsere Erdställe


Einige Erdstallforscher kommen immer wieder nach Röschitz und gemeinsam haben wir schon einige Erdställe erkundigt.

Da dieses Thema natürlich sehr spannend ist, zeigte sich auch der ORF interessiert und drehte im Winter 2001/2002 eine Fernsehdokumentation über Erdställe - unter anderem auch im Erdstall des Pollerhofs.

Hunderte Jahre alter Tonkrug unseres Erdstalles


Vorkommnissse


Erdställe befinden sich oft unter alten Häusern oder sind von Kellern aus zugänglich; es gibt sie aber auch im freien Gelände. Mit einem Stall für irgendwelches Vieh haben sie überhaupt nichts zu tun; der Wortteil "stall" bedeutet soviel wie Ort, Platz, Stelle. Erdställe werden in manchen Gegenden als "Hauslöcher" bezeichnet, in Bayern nennt man sie "Schrazellöcher".

Man findet Erdställe von Frankreich bis Osteuropa, gehäuft in Bayern und Mähren. Nach Osten setzt sich die Verbreitung ähnlicher unterirdischer Baue angeblich bis China fort. In Österreich gibt es sie vereinzelt im Alpenvorland von Salzburg bis Niederösterreich, aber auch am Alpenostrand. Äußerst zahlreich sind sie in Oberösterreich, im Waldviertel und besonders im Weinviertel. Sie wurden sowohl im Löß und Lehm angelegt wie auch im harten Fels.

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Ihr Aussehen


Die Gänge sind manchmal stark gewunden oder winkelig, 60 bis 70 cm breit und nur selten höher als 1,30 m, manchmal nur kriechend oder stellenweise sogar am Bauch schliefend zu befahren. Oft gibt es Niveauunterschiede mit meist schlupflochartigen Auf- bzw. Abstiegen. Häufig sind Kammern eingebaut, in denen "Sitzbänke" aus dem Löß- oder Steinmaterial herausgearbeitet wurden. Eine besondere Spezialität, die hauptsächlich im Waldviertel vorkommt, stellen die Rundgänge dar.

Vermessungsskizze


Geschichte


Das Alter der Erdställe gibt viele Rätsel auf. Als in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die Erdstallforschung begann, waren einige Experten der Meinung, daß sie maximal 150 bis 200 Jahre alt seien. Andere wieder glaubten, daß sie aus prähistorischer Zeit stammen würden;

Die Erdstallforscher meinen heute, daß die Erbauung vieler Erdställe zur Zeit der Kolonialisierung um das Jahr 1000 n. Chr. stattgefunden haben könnte. Besonders in Bayern stellte man in vielen Erdställen systematische Auffüllungen fest, die ab dem 13. Jahrhundert durchgeführt wurden.

Wir laden Sie ein zur Besichtigung


Verwendung


Wegen Temperatur, Feuchtigkeit und Beengtheit eignen sich Erdställe weder als Lagerräume noch als Ort für längere Aufenthalte. Ein Großteil der heutigen Erdstallforscher ist der Meinung, daß es sich um Verstecke für kurzfristige Dauer gehandelt hat, auch wenn manche ihrer Eigenheiten für eine solche Verwendung keineswegs logisch erscheinen. Erwiesen ist, daß die bereits vorhandenen Erdställe im Laufe der Zeit immer wieder als Verstecke gedient haben.

Das sagt jedoch nichts über den Zweck ihrer Erbauung aus. Wenn man den riesigen Aufwand verschiedenster Kulturen betrachtet, dann erscheint die Theorie, daß es sich um Kultstätten handelte, nicht mehr so abwegig.